Avodah Zarah 102

Kapitel 102

א עד כאן הוא מדבר בקדשים שהקדישן בשעת איסור הבמות והקריבן בשעת איסור הבמות
1 Bis hier wird von den heiligen Opfern gesprochen, die man geweiht hat zur Zeit, wo Privataltäre verboten waren, und dargebracht hat zur Zeit, wo Privataltäre verboten waren;
ב שהרי עונשן אמור שנאמר (ויקרא יז, ד) ואל פתח אהל מועד לא הביאו וגו' עונש שמענו אזהרה מנין ת"ל (דברים יב, יג) פן תעלה עולותיך
2 bei solchen wird die Strafe genannt, denn es heißt: <i>und zur Tür des Offenbarungszeltes nicht hingebracht hat &amp;c</i>. Wir wissen also die Strafe, woher das Verbot? Es heißt: <i>daß du nicht deine Brandopfer bringst</i>.
ג וכדר' אבין א"ר אילא דאמר ר' אבין א"ר אילא כל מקום שנאמר השמר ופן ואל אינו אלא בלא תעשה
3 Dies nach R. Ila, denn R. Abin sagte im Namen R. Ilas, überall, wo es <i>achte, daß nicht</i>, und <i>nicht</i> heißt, werde ein Verbot ausgedrückt.
ד מכאן ואילך הוא מדבר בקדשים שהקדישן בשעת היתר הבמות והקריבן בשעת איסור הבמות
4 Von da ab wird von den heiligen Opfern gesprochen, die man geweiht hat zur Zeit, wo Privataltäre erlaubt waren, und dargebracht hat zur Zeit, wo Privataltäre verboten waren,
ה שנאמר (ויקרא יז, ה) למען אשר יביאו בני ישראל את זבחיהם אשר הם זובחים שהתרתי לך כבר על פני השדה מלמד שכל הזובח בבמה בשעת איסור הבמות מעלה עליו הכתוב כאילו הוא זובח על פני השדה
5 denn es heißt: <i>damit die Kinder Jisraél herbringen ihre Schlachtopfer, die sie opfern</i>, Opfer, die ich dir früher erlaubt hatte; <i>auf freiem Felde</i>, dies lehrt, daß, wenn jemand auf einem Privataltar opfert, zur Zeit, wo Privataltäre verboten sind, es ihm die Schrift anrechnet, als würde er auf freiem Felde geopfert haben.
ו והביאום לה' זו מצות עשה ומצות לא תעשה מנין ת"ל (ויקרא יז, ז) ולא יזבחו עוד את זבחיהם
6 <i>Sie sollen es für den Herrn bringen</i>, dies ist ein Gebot, wo finden wir das Verbot? Es heißt: <i>sie sollen ihre Schlachtopfer nicht mehr opfern</i>.
ז יכול יהא ענוש כרת ת"ל (ויקרא יז, ז) חקת עולם תהיה זאת להם זאת להם ולא אחרת להם
7 Man könnte glauben, dies werde ebenfalls mit der Ausrottung bestraft, so heißt es: <i>dies soll ihnen als eine Satzung für alle Zeiten gelten</i>, nur dies, nicht aber etwas anderes.
ח אמר רבא קרי ביה ולא יזבחו וקרי ביה ולא עוד:
8 Raba erwiderte: Man lese: sie sollen nicht opfern, und man lese: sie sollen nicht mehr.
ט <big><strong>מתני׳</strong></big> מצא בראשו מעות כסות או כלים הרי אלו מותרין פרכילי ענבים ועטרות של שבלים ויינות ושמנים וסלתות וכל דבר שכיוצא בו קרב ע"ג המזבח אסור:
9 <b>F</b><small>INDET MAN AUF DIESEM</small> G<small>ELD</small>, K<small>LEIDER ODER</small> G<small>ERÄTE</small>, <small>SO SIND SIE ERLAUBT</small>, <small>WENN ABER</small> W<small>EINREBEN</small>, Ä<small>HRENKRÄNZE</small>, W<small>EIN</small>, Ö<small>L</small>, M<small>EHL ODER SONST ETWAS</small>, <small>DERGLEICHEN AUF DEM</small> A<small>LTAR DARGEBRACHT WIRD</small>, <small>SO IST ES VERBOTEN</small>.
י <big><strong>גמ׳</strong></big> מנהני מילי א"ר חייא בר יוסף א"ר אושעיא כתוב אחד אומר (דברים כט, טז) ותראו את שקוציהם ואת גלוליהם עץ ואבן כסף וזהב אשר עמהם וכתוב אחד אומר (דברים ז, כה) לא תחמוד כסף וזהב עליהם הא כיצד
10 GEMARA. Woher dies? R. Ḥija b. Joseph erwiderte im Namen R. Oša͑jas: Ein Schriftvers lautet: <i>und ihr saht ihre Scheusale und Götzen von Holz, Stein, Silber und Gold, die sich bei ihnen finden</i>, und ein anderer lautet: <i>begehre nicht das Silber und das Gold, das auf ihnen ist</i>; wie ist dies nun zu erklären?
יא עמהם דומיא דעליהם מה עליהם דבר של נוי אסור שאינו של נוי מותר אף עמהם דבר של נוי אסור ושאינו של נוי מותר
11 ‘Bei ihnen’ gleich ‘auf ihnen’: wie von den Dingen, die sich auf ihnen befinden, nur solche verboten sind, die zur Verschönerung dienen, während diejenigen, die nicht zur Verschönerung dienen, erlaubt sind, ebenso sind auch von den Dingen, die sich bei ihnen befinden, nur solche verboten, die zur Verschönerung dienen, während diejenigen, die nicht zur Verschönerung dienen, erlaubt sind. –
יב ואימא עליהם דומיא דעמהם מה עמהם כל מה שעמהם אף עליהם כל שעליהם א"כ לא יאמר עליהם
12 Vielleicht aber ‘auf ihnen’ gleich ‘mit ihnen’: wie mit ihnen, alles, was mit ihnen, ebenso auch auf ihnen, alles, was auf ihnen!? – Demnach sollte es überhaupt nicht ‘auf ihnen’ heißen. –
יג מעות דבר של נוי הוא אמרי דבי ר' ינאי בכיס קשור ותלוי לו בצוארו
13 Geld dient ja ebenfalls zur Verschönerung!? In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Wenn es an seinem Halse in einem Beutel hängt. –
יד כסות דבר של נוי הוא אמרי דבי ר' ינאי בכסות מקופלת ומונחת לו על ראשו כלי דבר של נוי הוא אמר רב פפא דסחיפא ליה משכילתא ארישיה
14 Ein Kleidungsstück dient ja zur Verschönerung!? In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Wenn das Kleidungsstück zusammengerollt auf seinem Kopfe liegt. – Ein Gerät dient ja zur Verschönerung!? R. Papa erwiderte: Wenn ihm ein Scheffel auf den Kopf gestülpt ist.
טו אמר רב אסי בר חייא כל שהוא לפנים מן הקלקלין אפי' מים ומלח אסור חוץ לקלקלין דבר של נוי אסור שאינו של נוי מותר א"ר יוסי בר חנינא נקטינן אין קלקלין לא לפעור ולא למרקוליס
15 R. Asi b. Ḥija sagte: Was sich innerhalb des Vorhanges befindet, selbst Wasser und Salz, ist verboten, und was sich außerhalb des Vorhanges befindet, ist, wenn zur Verschönerung, verboten, und wenn nicht zur Verschönerung, erlaubt. R. Jose b. Ḥanina sagte: Es ist uns überliefert, daß weder beim Peo͑r noch beim Merkurius der Vorhang berücksichtigt werde. –
טז למאי אילימא דאפי' פנים כחוץ דמי ושרי השתא פעורי מפערין קמיה מים ומלח לא מקרבין ליה אלא אפי' חוץ כבפנים דמי ואסור:
16 In welcher Hinsicht: wollte man sagen, innerhalb wie außerhalb und erlaubt, [so ist ja einzuwenden:] wenn man sich vor diesem sogar entleert, wie sollte man ihm nicht Wasser und Salz darbringen!? – Vielmehr, außerhalb wie innerhalb, und verboten.
יז <big><strong>מתני׳</strong></big> עבודת כוכבים שהיה לה גינה או מרחץ נהנין מהן שלא בטובה ואין נהנין מהן בטובה היה שלה ושל אחרים נהנין מהן בין בטובה ובין שלא בטובה עבודת כוכבים של עובד כוכבים אסורה מיד ושל ישראל אין אסורה עד שתיעבד:
17 <b>W</b><small>ENN EIN</small> G<small>ARTEN ODER EIN</small> B<small>AD ZU EINEM</small> G<small>ÖTZEN GEHÖRT</small>, <small>SO DARF MAN DIESE OHNE</small> V<small>ERGÜTUNG BENUTZEN</small>, <small>NICHT ABER GEGEN</small> V<small>ERGÜTUNG</small>; <small>GEHÖREN SIE DIESEM UND ANDEREN</small>, <small>SO DARF MAN SIE SOWOHL GEGEN</small> V<small>ERGÜTUNG ALS AUCH OHNE</small> V<small>ERGÜTUNG BENUTZEN</small>. D<small>ER</small> G<small>ÖTZE EINES</small> N<small>ICHTJUDEN IST SOFORT VERBOTEN</small>, <small>UND DER EINES</small> J<small>ISRAÉLITEN ERST DANN</small>, <small>WENN ER ANGEBETET WORDEN IST</small>.
יח <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר אביי בטובה בטובת כומרין שלא בטובה שלא בטובת כומרין לאפוקי טובת עובדיה דשרי
18 GEMARA. Abbajje sagte: Gegen Vergütung, an die Pfaffen, ohne Vergütung, an die Pfaffen; an die Anbeter ist es jedoch erlaubt.
יט איכא דמתני לה אסיפא היה שלה ושל אחרים נהנין מהן בטובה ושלא בטובה אמר אביי בטובה בטובת אחרים שלא בטובה שלא בטובת כומרין
19 Manche beziehen dies auf den Schlußsatz: Gehören sie diesem und anderen, so darf man sie sowohl gegen Vergütung als auch ohne Vergütung benutzen. Hierzu sagte Abajje: Gegen Vergütung, an die anderen, ohne Vergütung, an die Pfaffen.
כ מאן דמתני אסיפא כ"ש ארישא ומאן דמתני ארישא אבל אסיפא כיון דאיכא אחרים בהדה אפי' בטובת כומרין נמי שפיר דמי:
20 Der dies auf den Schlußsatz bezieht, nach dem gilt dies um so mehr vom Anfangsatze, und der dies auf den Anfangsatz bezieht, nach dem gilt dies nicht vom Schlußsatze, denn da sie noch anderen gehören, so ist nichts dabei, selbst wenn die Vergütung den Pfaffen zukommt.
כא עבודת כוכבים של עובד כוכבים אסורה מיד: מתני' מני ר"ע היא דתניא (דברים יב, ב) אבד תאבדון את כל המקומות אשר עבדו שם הגוים בכלים שנשתמשו בהן לעבודת כוכבים הכתוב מדבר
21 D<small>ER</small> G<small>ÖTZE EINES</small> N<small>ICHTJUDEN IST SOFORT VERBOTEN</small>. Wer ist der Autor unserer Mišna? – Es ist R. A͑qiba, denn es wird gelehrt: <i>Gänzlich sollt ihr all die Stätten zerstören, woselbst die Völker [ihre Götter] verehrt haben</i>; die Schrift spricht von Geräten, die für den Götzendienst verwandt worden sind.
כב יכול עשאום ולא גמרום גמרום ולא הביאום הביאום ולא נשתמשו בהן יכול יהו אסורים ת"ל אשר עבדו שם הגוים שאין אסורין עד שיעבדו מכאן אמרו עבודת כוכבים של עובד כוכבים אינה אסורה עד שתיעבד ושל ישראל אסורה מיד דברי ר' ישמעאל
22 Man könnte glauben, sie seien verboten, auch wenn sie gefertigt und nicht vollendet, vollendet und nicht hineingebracht, hineingebracht und nicht verwandt worden sind, so heißt es: <i>woselbst die Völker verehrt haben</i>. Sie sind nur dann verboten, wenn sie angebetet worden sind. Hieraus folgerten sie, daß der Götze eines Nichtjuden erst dann verboten ist, wenn er angebetet worden ist, der eines Jisraéliten aber sofort – so R. Jišma͑él.
כג ר"ע אומר חילוף הדברים עבודת כוכבים של עובד כוכבים אסורה מיד ושל ישראל עד שתיעבד
23 R. A͑qiba sagt, es verhalte sich entgegengesetzt: der Götze eines Nichtjuden ist sofort verboten, der eines Jisraéliten aber, erst wenn er angebetet worden ist.
כד אמר מר בכלים שנשתמשו בהן לעבודת כוכבים הכתוב מדבר הא מקומות כתיב אם אינו ענין למקומות דלא מיתסרי דכתיב (דברים יב, ב) אלהיהם על ההרים ולא ההרים אלהיהם
24 Der Meister sagte: Die Schrift spricht von Geräten, die für den Götzendienst verwandt worden sind. Es heißt ja <i>Stätten</i>!? – Da sich dies auf die Stätten nicht beziehen kann, denn diese werden nicht verboten, wie es heißt: <i>ihre Götter auf den Bergen</i>, nicht aber sind die Berge ihre Götter,